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Besondere Herausforderungen für Stadtwerke

Am Schnittpunkt ökologischer, ökonomischer und sozialer Anforderungen

Energiewende, Dekarbonisierung, Bürgerbeteiligung, Transparenz, Profit, Rentabilität – Schlüsselspieler in Stadtwerken müssen bei Entscheidungsprozessen einer Vielzahl an Anforderungen gerecht werden. Das gilt in der kommunalen Wirtschaft generell, in der aktuellen Zeit ganz besonders.

Die Entscheidungsfindung in der Führungsebene ist an ökonomische, ökologische und soziale Aspekte gekoppelt, welche wiederum durch konträre Interessen gekennzeichnet sind. Der Organisationstyp „Stadtwerke“ steht also vor der Herausforderung, die Interessenkonflikte aus den kommunalen und betriebswirtschaftlichen Bedürfnissen auszutarieren, um zu ausgewogenen Entscheidungen zu gelangen. Um diese Balance in der Entscheidungsfindung herzustellen, müssen die in diesen Paradoxien resultierenden Hintergründe eruiert werden.

Die Organisation als soziales System

Systemische Betrachtung des besonderen Organisationstyps Stadtwerke

Ein mögliches Erklärungsmodell für die in Stadtwerken zu beobachtenden Phänomene liefern die Arbeiten des renommierten Sozialwissenschaftlers und Begründers der neueren Systemtheorie Niklas Luhmann. Luhmann konstruiert Organisationen als sich selbst organisierende soziale Systeme, die für ausgewählte gesellschaftliche Probleme außerhalb ihres Selbst geeignete Lösungen erarbeiten und darin ihren Existenzgrund finden.

Die erfolgreiche Bearbeitung dieser gesellschaftlichen Problemstellungen erfordert ein organisiertes Zusammenwirken unterschiedlicher Expertisen. Luhmann geht weiterhin von der Annahme aus, dass sich im Zuge der neuzeitlichen Entwicklung hin zur modernen Gesellschaft weitestgehend autonome gesellschaftliche Funktionssysteme ausdifferenziert haben, die sich jeweils auf ganz bestimmte Aspekte der gesellschaftlichen Reproduktion spezialisiert haben, sich in ihrer Entwicklung ausschließlich an ihrer Eigenlogik orientieren und keinen übergreifenden Steuerungsprinzipien mehr folgen. Zu diesen Funktionssystemen zählt er unter anderem die Politik, die Wirtschaft, die Wissenschaft und das Recht.

Auch wenn manchen dieser Funktionssysteme eine zentrale Rolle zugeschrieben wird, nimmt keines dieser gesellschaftlichen Teilsysteme, weder das politische noch das wirtschaftliche, eine solche ein. Die Funktionssysteme sind nach Luhmann wechselseitig autonom und nicht substituierbar, jedoch gibt es gewisse Austauschbeziehungen – zwischen Recht und Wirtschaft bilden bspw. Eigentum und Verträge die Austauschbeziehung.

„Kaum eine Branche ist derzeit in ähnlich großem Ausmaß von den gerade zu beobachtenden politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklungen betroffen wie Organisationen der kommunalen Wirtschaft. Ob Dekarbonisierung, Mobilitätswende, Digitalisierung oder die energiepolitischen Reaktionen auf den Angriffskrieg gegen die Ukraine – Stadtwerke und weitere Institutionen der kommunalen Wirtschaft spielen bei der Erreichung der jeweils damit verbundenen Ziele eine wesentliche Rolle.“

– Robert A. Sedlák

CEO SEDLÁK & PARTNER, Guest Professor ECNU in Shanghai, Wirtschaftsmediator

Das gesamte Interview zu den aktuellen Herausforderungen in der kommunalen Wirtschaft finden Sie in der stadt+werk 7/8 2022 sowie über den nachfolgend verlinkten Button.

Paradoxien innerhalb des Organisationstyps Stadtwerke

Organisationen entstehen in der Regel in den oben beschriebenen Funktionssystemen und folgen einer jeweils eigenen Logik. So richtet sich auch die Kommunikation nach einem eigenen Code, der nur innerhalb des jeweiligen Funktionssystems unmittelbar anschlussfähig ist und als Medium zur Informationsverarbeitung und Entscheidungsfindung genutzt werden kann.

Das Besondere am Organisationstypus „Stadtwerke“ ist nun, dass er nicht unmittelbar einem einzigen Funktionssystem zuordenbar ist. Stadtwerke befinden sich vielmehr auf der Grenze zwischen verschiedenen Funktionssystemen – in erster Linie sicher zwischen den Teilsystemen Wirtschaft und Politik. Diese Erkenntnis eröffnet die Chance, angemessene Entwicklungsimpulse für das erfolgreiche Managen dieser Paradoxien und der damit verbundenen Herausforderungen zu setzen.

Weitere Informationen

Zielgerichtete Organisationsentwicklung für Stadtwerke

Unternehmensberatung für Stadtwerke

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