Auf Basis der Neueren Systemtheorie verstehen wir „Stadtwerke, Städte und Stiftungen“ als einen besonderen Organisationstyp mit Widersprüchen, Interessenkonflikten und teilweise Paradoxien, der besondere Herausforderungen an Entscheidungs- und Abstimmungsprozesse stellt. Durch jahrelange Erfahrung im Umgang mit diesem besonderen Typ „Organisation“ konnten wir die besondere Fähigkeit aufbauen, diesen Organisationen zu helfen, die Paradoxien zwischen wirtschaftlichen, ökologischen und sozialen Anforderungen erfolgreicher zu managen.

Stadtwerke - Organisationen mit Widersprüchen

Es ist zu beobachten, dass in Organisationen vom Typ „Stadtwerke“ vielfältige Widersprüche, Interessenkonflikte und teilweise Paradoxien in die täglichen Entscheidungs- und Abstimmungsprozesse eingebaut sind, die in dieser Qualität und Häufigkeit wohl nur in wenigen anderen Organisationen anzutreffen sind. Diese Phänomene stellen ganz besondere Anforderungen sowohl an die Organisation als Ganzes als auch an die handelnden Akteure.

Wirtschaftliche Anforderungen, Renditeerwartungen und betriebswirtschaftliche Realitäten auf der einen Seite – die besondere soziale und ökologische Verantwortung auf der anderen Seite. Entscheidungen für das Eine gehen häufig zu Lasten des Anderen.

Dies wird noch dadurch verschärft, dass Stadtwerke und deren Mitarbeiter noch sehr stark durch den in der Vergangenheit dominierenden kommunalen Hintergrund geprägt sind und insbesondere durch die Liberalisierung im Energiesektor die betriebswirtschaftliche Logik in jüngerer Vergangenheit immer stärker Einzug gehalten hat.

Paradocien in Stadtwerken

Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an Nagel/Glatzer (2009), S. 34

Herausforderungen im Umgang mit Stakeholdern

Zudem stehen Stadtwerke häufig ganz besonders unter „Beobachtung“ der Medien und im Fokus der Öffentlichkeit. Weiterhin üben Politik und Aufsichtsräte häufig starken Einfluss auf die Stadtwerke aus und beeinflussen durch die aktuelle politische Situation maßgeblich die Entscheidungsprozesse. Wenn sich in dieses Spiel dann noch weitere Anteilseigner oder Kooperationspartner aus der sogenannten „freien Wirtschaft“ mischen, sind Paradoxien und Interessenskonflikte vorprogrammiert, die die involvierten Führungskonstellationen vor nicht zu unterschätzende Zerreißproben stellen.

Die von Stadtwerken permanent zu bewältigenden Paradoxien lassen sich zusammenfassend um das Spannungsverhältnis zwischen ökonomischen, sozialen und ökologischen Interessen, Zielen und Anforderungen herum gruppieren. Die Kernfragen hierbei lauten häufig: Wie kann es dauerhaft gelingen, in den Entscheidungen die Balance zwischen ökonomischen, ökologischen und sozialen Aspekten zu halten? Und wie kann es gelingen, das Spannungsfeld zwischen den Forderungen der externen Anspruchsgruppen gekonnt zu managen?

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Natalie Brandenburg

Dr. Natalie Brandenburg